Ab durch die Mitte – Gerhard Schröder verströmt zur Eröffnung der Hannover Messe jede Menge Optimismus

Den Kanzler zieht es zum Mittelstand. Bei der ersten Station seines Eröffnungsrundgangs über die Hannover Messe am Montag lässt sich Gerhard Schröder (SPD) am Stand des Bundesumweltministeriums zu erneuerbaren Energien zwar ein artiges “wundervoll” entlocken, bei der ersten sich bietenden Gelegenheit ist der 60-Jährige aber weg. “Wir haben noch was!” schallt ihm hinterher, und Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) wäre sicher auch gerne länger geblieben. Aber der Mittelstand wartet.

Bei der Firma Schüco ist Schröder dann ganz in seinem Element. Er erfährt, dass der Markt für Solartechnik und Photovoltaik im vergangenen Jahr um rund 50 Prozent gewachsen ist und deutsche Firmen hier gut positioniert sind. “Für mich ist wichtig zu spüren, dass diese Sache nicht nur ein paar Grüne interessiert, sondern für die Wirtschaft allgemein wichtig ist”, sagt der Kanzler. In Trittins Gesicht ist ein mildes Lächeln festgefroren.

Und weiter geht’s im Eiltempo über die weltweit größte Industrie-Leistungsschau, von der sich die Wirtschaft wichtige Impulse erhofft. Wenn es nach dem Kanzler geht, ist der Aufschwung sicher. Der Aufwärtstrend habe sich bei der Computermesse CeBIT in Hannover vor einigen Wochen bereits angedeutet und Gespräche mit Ausstellern auf der Hannover Messe hätten diese positive Prognose bekräftigt, sagt Schröder. Beim Konsum und vor allem bei den Investitionen gehe es bergauf.

Die zur Schau gestellte gute Stimmung des Kanzlers wird auch durch die internationale politische Lage nicht getrübt. Die Situation im Nahen Osten mache ihm “natürlich Sorge”, man solle sie jedoch nicht “dramatisieren”. Statt dessen verweist Schröder lieber auf die guten wirtschaftlichen Beziehungen zur Republik Kasachstan, die sich in diesem Jahr erstmals in Hannover präsentiert. An den kasachischen Präsidenten Nursultan Nasarbajew gewandt, betont Schröder die Bereitschaft Deutschlands zur umfassenden Zusammenarbeit, und nach einem ordentlichen Krug kasachischen Bieres hebt der Kanzler die “positiven Auswirkungen” für die heimische Wirtschaft hervor. “Dumping” und “negative Konkurrenz” müssten jedoch vermieden werden, fügt er schnell hinzu.

Innovation ist das Zauberwort während des Rundgangs. Mit Brennstoffzellen betriebene Gabelstapler, Laserschweißgeräte und vieles mehr bewundert Schröder auf der Industrieschau, auf der sich bis Samstag 5040 Aussteller aus 61 Ländern präsentieren. Gut gelaunt überreicht der Regierungschef am Ende des Rundgangs den in diesem Jahr erstmals vergebenen Hermes Award der Deutschen Messe AG. Das Unternehmen eStop erhält die mit 100 000 Euro dotierte Auszeichnung für die Entwicklung einer mechatronischen Keilbremse, die 97 Prozent weniger Energie als konventionelle Bremssysteme benötigt. Das “verdient Beifall”, findet Schröder und wünscht den Gewinnern für ihren weiteren Weg viel Glück und Kraft. Dann ist der Kanzler weg. Genug Mittelstand für einen Tag.

(Bild: CC Stefanjo)

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