Die heißesten Oscar-Kandidaten: Genies, Bürgerrechtler und Julianne Moore

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Das Oscar-Rennen geht auf die Zielgerade: Am 15. Januar wird verkündet, wer sich Hoffnung auf einen Goldjungen machen darf. Wir stellen die Favoriten, Hoffnungsträger und Wackelkandidaten vor.


Derzeit werden in Hollywood die zweitwichtigsten Wahlunterlagen des Jahres ausgewertet. Bis 8. Januar waren die rund 6000 Mitglieder der Academy of Motion Picture Arts and Sciences aufgerufen, die besten Leistungen des Kinojahres 2014 zu bestimmen. Bis 15. Januar steht noch nicht einmal fest, wie viele Produktionen bei der Gala am 22. Februar überhaupt um den Titel des besten Films konkurrieren werden. Die Statuten erlauben seit 2009 zwischen fünf und zehn Nominierungen. Als ziemlich sichere Finalisten gelten Richard Linklaters über zwölf Jahre gedrehtes Familienporträt „Boyhood“ sowie „Birdman“ mit Ex-Batman Michael Keaton als einstiger Superheldendarsteller. Beste Aussichten auf eine Nominierung haben auch die drei Biopics „The Imitation Game“ mit Benedict Cumberbatch als Computerpionier Alan Turing, „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ über den Astrophysiker Stephen Hawking sowie „Selma“ zum Wirken des US-Menschenrechtlers Martin Luther King, Jr.

All diese Filme haben in den vergangenen Wochen neben zahlreichen Kritikerpreisen vor allem Nominierungen bei Golden Globes, Critics‘ Choice Movie Awards und (mit Ausnahme von „Selma“) der US-Schauspielergewerkschaft SAG gesammelt. Letztere ist als Indikator für die Academy Awards von besonderem Interesse, da die Gewerkschaftsmitglieder auch bei den Oscars abstimmen. Deshalb gilt Wes Andersons bereits im März 2014 angelaufene Komödie „Grand Budapest Hotel“ dank SAG-Awards-Nominierung plötzlich als möglicher Kandidat für die Königskategorie. Mitmischen könnten auch „Unbroken“, „Foxcatcher“, „Into the Woods“ oder „Gone Girl“. Außenseiterchancen werden „Whiplash“, „Nightcrawler“, „A Most Violent Year“, „American Sniper“ von Clint Eastwood oder auch Christopher Nolans „Interstellar“ eingeräumt.

Schreiben die Oscars Geschichte?

Beim Preis für den besten Regisseur ist dann nur noch Platz für fünf Kandidaten. Bei den Prognosen liegen Richard Linklater („Boyhood“), Alejandro González Iñárritu („Birdman“), der Norweger Morten Tyldum („The Imitation Game“) und Newcomerin Ava DuVernay („Selma“) ganz weit vorn. Den verbliebenen Platz dürften Wes Anderson („The Grand Budapest Hotel“), Damien Chazelle („Whiplash“), David Fincher („Gone Girl“) oder auch Angelina Jolie („Unbroken“) unter sich ausmachen. Sollte die Schauspielerin die Nominierung ergattern, wären erstmals in der Oscar-Geschichte zwei Frauen gleichzeitig in der Regie-Sparte nominiert.

Ebenfalls längst überfällig: Julianne Moores erster Oscar. Die Schauspielerin war viermal nominiert, zuletzt vor sage und schreibe elf Jahren für „Dem Himmel so fern“ und „The Hours“. Seit Wochen gilt es in Hollywood als sicher, dass die allseits verehrte 54-Jährige für ihre Darstellung einer Alzheimerpatientin in „Still Alice“ endlich den Oscar als beste Hauptdarstellerin entgegennehmen wird. Das Nachsehen haben dann vermutlich Reese Witherspoon („Wild“), Felicity Jones („Die Entdeckung der Unendlichkeit“), Rosamund Pike („Gone Girl“) sowie Jennifer Aniston („Cake“).

Und die Herren der Schöpfung?

Spannender wird es bei den Männern. Als weithin sicher gelten Nominierungen für Michael Keaton („Birdman“) sowie die Briten Eddie Redmayne („Die Entdeckung der Unendlichkeit“) und Benedict Cumberbatch („The Imitation Game“). Hoffnung auf eine Nennung können sich noch Steve Carell („Foxcatcher“) und Jake Gyllenhaal („Nightcrawler“) machen, die beide mit für sie ungewöhnlichen Rollen viel Lob geerntet haben. Neben hymnischen Kritiken für den Film hat das Bürgerrechtsdrama „Selma“ auch durch die jüngsten Fälle exzessiver Polizeigewalt gegen Afroamerikaner in den USA zusätzliche Aufmerksamkeit erhalten. Davon könnte Hauptdarsteller David Oyelowo profitieren.

Keinen Grund für besondere Anspannung gibt es bei der Verkündung der Oscar-Nominierungen leider für Regisseur Dominik Graf. Sein Drama „Die geliebten Schwestern“ war von Deutschland als Bester nicht-englischsprachiger Beitrag eingereicht worden. Die Konkurrenz aus 82 weiteren Ländern erwies sich als zu groß: Grafs Film über die Liebe Friedrich Schillers zu zwei Schwestern schaffte es nicht auf die Shortlist für die Oscar-Nominierungen.

Quelle: n-tv.de

 

(Bild: Instagram/The Academy)

 

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