„Dusselige Kreuzworträtsel“-Fragen: Langzeitstudent wird Dauerkandidat bei Jauch

500 - Die Quiz-ArenaBild: RTL

„500 – Die Quiz-Arena“ entwickelt sich zum Ratemarathon. 155 Fragen hat Student Michael Marji in zwei Folgen schon beantwortet. Da macht sogar Günther Jauch mal schlapp – und ärgert sich über zu leichte Fragen: „Das ist doch in jedem dusseligen Kreuzworträtsel!“

Langzeitstudenten beweisen auf gewisse Art Ausdauer und die bekommt Dauerkandidat Michael Marji bei Günther Jauch gerade richtig gut. Der 30-jährige Lehramtsstudent (Latein und Spanisch) überstand am Montagabend auch die zweite Ausgabe der neuen RTL-Show „500 – Die Quiz-Arena“. 155 Fragen hat der Mainzer in rund drei Sendestunden bislang beantwortet und mittlerweile 118.000 Euro sicher. Fehlen ja bloß noch 345 Fragen bis zum potenziellen Mega-Bonus über zwei Millionen Euro. Verglichen mit dem beeindruckenden Stehvermögen Marjis schwächelte Jauch ein wenig und wurde leicht grantig.

„Das ist doch in jedem dusseligen Kreuzworträtsel!“, beschwerte sich der Moderator gleich zu Beginn der Sendung, als  nach dem Namen eines ägyptischen Sonnengotts mit nur zwei Buchstaben gefragt wurde. Eine Stunde später versprach Jauch vor der Werbepause: „Und dann überlegen wir uns in der Zwischenzeit mal richtig schwere Fragen.“ Trotzdem bewegte sich der Schweregrad der Fragen meist maximal in etwa auf dem 32.000-Euro-Niveau von „Wer wird Millionär?“, das am 29. August aus der Sommerpause zurückkehrt. Verlangt wurde etwa der Name unseres Außenministers (Nachname reicht) oder welches Land abgesehen von Österreich am Brennerpass liegt. Manchmal wurde die Fragenredaktion einfach von der Schnelllebigkeit der Promi-Beziehungen überholt. So galten Taylor Swift und Calvin Harris auf der Ratewand noch als ein Traumpaar der Musikszene. Hiddleswift und aus der Traum.

Kein X für 1000 Euro vormachen

RTL - "500 - Die Quiz-Arena" Folge 2Bild: RTL / Frank W. Hempel

Die Debütsendung haben wir Zuschauer vor allem mit dem Erlernen des komplizierten Regelwerks zugebracht. Das ist sogar noch komplexer, so dass es selbst in der zweiten Ausgabe noch Neues dazuzulernen gab (wird die korrekte Antwort nicht als erstes genannt, erhält der Kandidat keine 1000 Euro). Da kam auch Jauch nicht immer mit. Erst übersah er nach einer Werbepause das große rote X für Marji, das eine falsche Antwort symbolisierte. Später überstimmte Schiedsrichter und WWM-Gewinner Ralf Schnoor die Regie und entschied, dass der Kandidat eine Frage durchaus noch in der Frist beantwortet hatte. Auf Jauchs Geheiß hin wurde also das „X“ getilgt und Marji 1000 Euro gutgeschrieben. Der wies dann netterweise darauf hin, dass die korrekte Antwort ja aber nicht als erstes gekommen war.

Die „Herausforderer“ waren lediglich Beiwerk. Der Berliner Radiomoderator Alexander Purrucker und dann die Brandenburger Zeitungsvolontärin Saskia Popp verströmten geradezu Hilflosigkeit. Popp erschreckte sich erst, dass da tatsächlich doch Zuschauer im Studio saßen. Dann meldete sie sich häufig zu Wort, nur leider nicht mit korrekten Antworten oder überhaupt ambitionierteren Nachdenkversuchen. Auf die Frage, wofür das erste A bei der US-Raumfahrtbehörde NASA (National Aeronautics and Space Administration) steht, meinte Popp: „Nach ‚Aliens‘ habe ich aufgehört nachzudenken.“

Komischer Kauz wird faszinierend

500 - Die Quiz-ArenaBild: RTL / Frank W. Hempel

Nur einmal hatte Marji zwei rote X auf der Tafel stehen und lief damit Gefahr, bei der nächsten Frage auszuscheiden. Danach aber fühlte sich der Sucht-Quizzer, der leidenschaftlich gern Listen zu verschiedensten Themen erstellt („Wenn man es gar nicht versucht, dann merkt man sich gar nichts“) und von Bekannten als „komischer Kauz“ bezeichnet wird, derart sichtlich wohl, dass ein weiterer Durchmarsch durch die verbleibenden drei Ausgaben als möglich erscheint. Schon vor Ausstrahlung der ersten „500“-Folge hatte Jauch von einem „faszinierenden“ Kandidaten gesprochen, der lange durchhalten könnte.

Selbst mit dem Hauptgewinn wird der 30-Jährige seine acht Jahre an der Uni nicht einfach in die Tonne treten und vermutlich sein Studium abschließen. „Aber ob ich danach wirklich als Lehrer arbeite, ist eine andere Frage“, sagte der Bewohner eines 16 Quadratmeter großen Zimmers im Studentenwohnheim RTL. „Da ich mich auch sehr für Ernährung interessiere, denke momentan darüber nach, noch eine Ausbildung als Ernährungsberater zu machen.“

Am Schluss des zweistündigen Ratemarathons am Montagabend war dann aber selbst bei Marji die Konzentrationsfähigkeit am Ende. „Birgit Schrowange wartet auf Sie, mit ‚Extra'“, sagte Jauch in der Abmoderation. „Viel Spaß damit.“ „Danke“, erwiderte Marji.

Quelle: n-tv.de

Headerbild: RTL / Frank W. Hempel

 

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