1 Cent statt 25 Dollar: So kommt man billig in New Yorker Museen

flickr-15483867523_50809e41d8_zMuseumsbesuche gehören in New York City unbedingt dazu, gehen aber gehörig ins Geld. Was viele Touristen nicht wissen: Einige der Top-Kunststätten wie das Metropolitan Museum erlauben den Eintritt bereits für einen Cent. Man muss sich nur trauen.

Gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit ist New York City ein Magnet für Touristen aus aller Welt. Neben der Eislaufbahn am Rockefeller Center, den festlich geschmückten Schaufenstern der Fifth Avenue und dem Empire State Building bietet die Metropole einige der schönsten Museen der Welt. Die lassen sich die Besichtigung ihrer Schätze meist teuer bezahlen. Eintrittspreise von 25 Dollar sind in Manhattan die Regel. Zwar bieten etwa das Museum of Modern Art (MoMA) oder das Guggenheim Museum wöchentlich einige Stunden lang umsonst Eintritt. Sie sind dann aber derart überlaufen, dass der Kunstgenuss leidet. Dabei herrscht im weltberühmten Metropolitan Museum (Met) oder im Natural History Museum täglich quasi freier Eintritt. Und das ganz ohne scheele Seitenblicke, wie ein Selbstversuch gezeigt hat.

25 Dollar kostet ein Ticket für einen Erwachsenen im Metropolitan Museum regulär. Ich habe mir vor dem Gang zur Kasse einen schönen Spruch zurechtgelegt, weshalb ich sehr viel weniger ausgeben möchte. Dann macht es mir die Frau an der Kasse aber ganz einfach. „Wie viel möchten Sie bezahlen?“, fragt sie. „Einen Dollar“, entgegne ich etwas verschämt. Die Dame guckt aber weiterhin freundlich und druckt mir meine Karte aus. Fragen kostet ja nichts: „Hätten Sie mich auch für einen Cent reingelassen?“ Ja, das wäre kein Problem gewesen. Vor allem Rentner würden den vollen Preis bezahlen, sagt die Met-Angestellte noch.

Mietfrei im Central Park

Diese transparente Preispolitik ist das Ergebnis eines Rechtsstreits, den das Met im Februar 2016 beigelegt hat. Die Kläger hatten geltend gemacht, dass das Museum seine „Zahlen Sie, so viel Sie möchten“-Politik bewusst mit „empfohlenenen“ Eintrittspreisen verschleiert und damit gegen ein Gesetz des Bundesstaats aus dem Jahr 1893 verstößt. Denn das Met zahlt der Stadt keine Pacht oder Miete für das hochherrschaftliche Gelände an der Fifth Avenue im Central Park. Im Tausch sollte es nach der damaligen Regelung an fünf Tagen pro Woche jedermann freien Eintritt gewähren.

Das Museum betonte stets, gegen kein gültiges Gesetz zu verstoßen und bekam vor Gericht recht. Allerdings stimmte die Institution zum Jahresbeginn zu, stärker auf den freiwilligen Charakter der Eintrittspreise hinzuweisen. Seitdem ist auf den Infotafeln groß die Rede von „vorgeschlagenen Preisen“, früher war der damalige Hinweis „empfohlen“ sehr klein gedruckt. Im Vergleich zu deutschen Museen sind die Eintrittsgelder happig: 25 Dollar für Erwachsene, 17 Dollar ab 65 Jahren, Studenten zahlen 12 Dollar, Mitglieder und Kinder unter zwölf Jahren haben gratis Zutritt – wie ja aber im Grunde alle Besucher.

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Das Hayden Planetarium im Natural History Museum (Bild: Nina Jerzy)

Auch viele andere New Yorker Museen bieten de facto umsonst Zutritt. Allerdings zeigt sich das Met besonders großzügig: Mit dem frei gewählten Preis darf man auch die bis zu zehn gleichzeitig stattfindenden Sonderausstellungen besichtigen. Ganz anders ist die Situation im Natural History Museum, das auf der anderen Seite des Central Parks liegt. Auch hier lässt sich zwar problemlos nur ein Dollar für das Ticket zahlen. Für die prominent beworbenen Sonderausstellungen oder Shows im Planetarium werden aber so deftige Aufschläge fällig, dass man auch gleich die regulären Preise von 22 bis 35 Dollar für Erwachsene zahlen kann. In diesem Fall lohnt es sich, die Karten vorab online zu kaufen, denn in dem bei Familien und Schulklassen beliebten Museum sind die Warteschlangen lang und das Kassenpersonal langsam.

Perle in Brooklyn

Während das Naturkundemuseum ohne teure Extras nur halb so viel Spaß macht, kommt man im Brooklyn Museum mit Sparticket selbst ohne die Sonderausstellung voll auf seine Kosten. Da die Dame an der Kasse nicht auf einen 20-Dollar-Schein herausgeben kann, nimmt sie lieber all mein Kleingeld: gerade einmal zwölf Cents. Warum hier selbst an einem Sonntag gähnende Leere herrscht, ist unverständlich. Das in einem imposanten Säulengebäude untergebrachte zweitgrößte New Yorker Museum im Stadtteil Brooklyn ist unbedingt einen Besuch wert. Von afrikanischer Kunst über ein komplettes Wohnzimmer reicher New Yorker aus den 1920er-Jahren bis zu Gemälden von Claude Monet und zeitgenössischen Arbeiten bietet das Brooklyn Museum eine interessante Mischung.

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Das Brooklyn Museum (Bild: Nina Jerzy)

Bleibt nur die Frage: Muss man unbedingt sparen, nur weil es erlaubt ist? Oft fällt in Diskussionen zu dem Thema das Argument: Wer nach New York fährt, kann sich auch den vollen Museumseintritt leisten. Befürworter des freien Eintritts weisen hingegen gern darauf hin, dass das Met mietfrei an der besten Ecke Manhattans residiert, keine Einkommenssteuer zahlt und Eintrittsgelder gerade mal 14 Prozent der Einnahmen ausmachen. Das beste Argument für echte Kunstliebhaber aber lautet: Kunstgenuss statt Fast-Food-Konsum. Da sich kaum ein Tourist einen zweiten Besuch zum vollen Preis leistet, wird die Erkundung riesiger Museen wie dem Met schnell zum anstrengenden Kunst-Overkill.

So aber lassen sich viele Stippvisiten einplanen: Heute Alte Meister, morgen das Fashion Institute, Mittagessen in der Caféteria mit Blick auf den Central Park und eine der zahlreichen Gratisführungen oder im Naturkundemuseum nur schnell mal in den Souvenirladen und doch noch das Nasa-T-Shirt kaufen. Dann aber ist es nur fair, beim letzten Besuch die Differenz zum empfohlenen Eintrittspreis zu bezahlen – plus eventuell einem echten Zufriedenheitsbonus. Schließlich lässt sich der Preis auch nach oben hin verändern.

Quelle: n-tv.de

Headerbild: Flickr/Wen Rou/CC

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