„Linkin Park, Linkin Park!“: 18-jähriger Schlaumeier macht Jauch fertig

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Linkin Park! GIF! Thermodynamik! Jauch hat die Frage teils gar nicht richtig vorgelesen, da weiß der 18-Jährige die Antwort schon. Dann knallt es wie noch nie. Jauch wird es unheimlich.


Hat Maximilian Heer die Spielregeln etwa nicht richtig verstanden? Frage anhören, Antwortmöglichkeiten erwägen und dann antworten – für den 18-jährigen Studenten aus Olpe war das am Montagabend bei der Rückkehr von „Wer wird Millionär?“ zu easy. Los ging das unheimliche Treiben gleich bei der ersten Frage. „Was haben Pocher, Geissen, Kahn und Welke gemeinsam?“, fragte Günther Jauch. „Die Vornamen“, antwortete Heer sofort und schob schnell ein „Ach, sorry“ hinterher. Dann krachte es plötzlich am Rand des Studios. Ein großer Fernseher war zu Boden gefallen. „Liegt noch jemand drunter?“, fragte der Moderator und wurde misstrauisch. „Irgendeine Aura haben Sie hier mitgebracht“, vermutete er angesichts des jungen Schlaubergers. Es kam noch doller.

Bei der 200-Euro-Frage ließ Jauch seinen Kandidaten sich die richtige Antwortmöglichkeit noch selbst herleiten, bevor diese eingeblendet wurde. Heer wusste in der Folge, dass Peter Bosz Cheftrainer bei Borussia Dortmund ist, dass ein handelsüblicher Kühlschrank mit Wärmeentzug arbeitet und dass das alte Dateiformat, welches dank sozialer Medien ein Revival erlebt, nur das GIF sein kann. Ehrensache, dass er auch hier die Antwortmöglichkeiten gar nicht erst zu sehen brauchte. Mittlerweile war ein Ersatz für den gefallenen Fernseher da (Jauch: „Ein Fernseher, der nicht läuft. Das hatten wir noch nie. Ratlose Gesichter, wohin man schaut.“), zeigte zunächst aber nur ein dickes, fettes „Aua!“ auf schwarzem Grund. Vielleicht eine Vorahnung von Jauchs folgender Gemütsregung.

Jauch wird’s unheimlich

16.000 Euro. Der Moderator setzte mit dem Zitat eines Liedtextes an, kam aber nur bis „I tried so hard“, da rief sein Kandidat schon „Linkin Park! Linkin Park!“. Der Vater offenbarte, dass der Einser-Abiturient noch zwei jüngere Geschwister hat, die ebenso begabt sind. „Drei von denen? Das wäre mir unheimlich“, entgegnete Jauch. Fast hätte man Heer locker zur 500.000-Euro-Runde marschieren sehen können. Allerdings zeigte der frischgebackene Student der Elektro- und Informationstechnik an der TU Darmstadt auch deutliche Schwächen. Sein Fachwissen war super, bei Logik beziehungsweise etwas kreativeren Denkmanövern gab sich der zweimal durch die Fahrprüfung gerasselte junge Herr öfter mal geschlagen.

Wer wird Millionär?

So war bei der Frage für 64.000 Euro auch bereits der letzte Joker verbraten. Heer sollte wissen: Bei welcher Flugstrecke fliegt man abends los und kommt am selben Tag mittags an? Sydney-Honolulu, Moskau-Tokio, London-Doha, Paris-Rio de Janeiro. Der Student überlegte die ganze Zeit, welcher der Flüge wohl der längste ist. Dabei ging es um die Überquerung der Datumsgrenze beim Flug Sydney-Honolulu. So nahm der Kandidat „nur“ 32.000 Euro mit nach Hause. Den Gewinn steckt er eventuell in ein Semester an der US-Elite-Universität Stanford.

Sicherheitsvariante zieht

Gleich doppelt so viel räumte Heers Vorgängerin in der Doppelfolge ab. Und das, obwohl sich BWL-Studentin Tina Falk lange vor dem Schlusspunkt vor Freudentränen kaum retten konnte. Jauch machte sich selbstverständlich über so viel Emotionalität lustig („Sie gucken jetzt nicht wie ein Hascherl, sondern gehen mit Selbstbewusstsein in die nächste Runde. Oder weinen. Dann bringe ich Sie eine Runde weiter“). Doch die Kandidatin aus Zwickau kam dann sehr viel weiter, als der Moderator vermutlich angenommen hatte. Sogar Heers Strategie mit nur drei Jokern zahlte sich aus. Bei der 32.000-Euro-Frage hatte sie nämlich keine Ahnung, ja aber nichts zu verlieren und kam dank klugen Ratens noch zwei Runden weiter.

Richtig viel Pech hatte hingegen der dritte Student des Abends. Anton Mörstedt aus Behringen war vor der Sendung noch so sicher gewesen, mindestens bis zur 125.000-Euro-Frage zu kommen. Dann war plötzlich schon bei der 1000-Euro-Runde Schluss. Er hatte die neue „Modekrankheit“ Reichweitenangst nicht den Elektroautofahrern, sondern Zeitungsverlegern zugeordnet. Der leidenschaftliche Tramper nahm es gelassen: „Ich fahr morgen in den Urlaub nach Südamerika. Da können mir 500 Euro einiges weiterhelfen.“

Bleibt nur die Frage zu klären, wo Philipp Unger abgeblieben war. Der Berliner stand am 9. Oktober bei 8.000 Euro, als die Schlussposaune ertönte. Es folgten die „Bauer sucht Frau“-Auszeit und am 23. November das Prominenten-Spezial. Mittlerweile dürfte Unger die längste Zwangspause eines Kandidaten der „Wer wird Millionär?“-Geschichte verleben. Nächste Woche kommt er ebenfalls nicht dran, da gibt es nämlich das brandneue Spezial „Für den Verein zur Million“. Am 18. Dezember folgt die Spezialausgabe zu Weihnachten. Schöne Bescherung.

Quelle: n-tv.de

Bilder: MG RTL D / Stefan Gregorowius

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